Wildau hat einen neuen Bürgermeister

Damit fing alles an

Am 18. September hat Wildau Frank Nerlich zum neuen Bürgermeister gewählt. Im Frühjahr wurde erst Angela Homuth auch auf Initiative des Bürgermeisterkandidaten Lazlo Ungvari abgewählt. Ungvari hat sich mit einer Bürgerinitiative für die Abwahl eingesetzt und hat nun nichts davon. Nach dem ersten Bürgermeisterwahlgang lag Ungvari noch deutliche vorne, musste aber mit dem zweitplatzierten Nerlich in die Stichwahl. In der Stichwahl zeigte sich, bei einer Wahl wird nicht nur gewählt, es wird auch nicht gewählt. Die 1777 Stimmen der ersten Wahl konnte Ungvari noch auf 1802 Stimmen mehren. Das war es dann aber auch. Nerlich konnte zur Stichwahl zu seinen 1280 Stimmen weitere 894 Stimmen dazu gewinnen und ging als Sieger aus der Wahl. 46 % der Wähler wählten Ungvari, aber 54 % wählten ihn eben nicht.

Frank Nerlich, der bereits im Stadtrat saß, legt sein Mandat nieder und tritt am Montag sein neues Amt an. Die Ärmel möchte er hochkrempeln. Das wird er auch tun müssen. Wenn er damit meint, die Verwaltung auf Kurs zu bringen und den Stadtrat beruhigen zu wollen, trifft er die erste gute Entscheidung. Von Lazlo Ungvari hätte man wohl den Tanz auf den großen Bühnen erwartet, aber das braucht Wildau jetzt nicht. Es muss gearbeitet werden.

DIE SCHULZENDORFERIN wünscht Frank Nerlich viel Erfolg!

Gemeinderäte verweigern die Arbeit

Am 14. September fand eine Sitzung des Ortsentwicklungsausschusses Schulzendorf im Rathaus statt. Es war eine Sitzung, die nicht auf der Terminliste der Sitzungen für das Jahr 2022 stand. Es war eine außerordentliche Sitzung, die nur einberufen wird, wenn etwas wichtiges außer der Reihe besprochen werden muss. Es wurde aber kaum etwas besprochen.

An einer Abstimmung haben nur zwei Gemeinderäte teilgenommen, obwohl insgesamt fünf dagewesen sein mussten. An anderen Abstimmungen haben wieder vier oder fünf Gemeinderäte mitgemacht.

Von sechs Beschlüssen kam es nur bei drei Beschlüssen zu aussprachen. Auf der Internetseite der Gemeinde steht bei einem weiteren Tagesordnungspunkt, dass das Thema schon in weiteren Sitzungen behandelt wurde. Das hört sich so an, als ob da auch nicht diskutiert wurde.

Man muss sich die Frage gefallen lassen, warum eine Extrasitzung einberufen wird, wenn die Punkte gar nicht diskutiert werden und nicht alle Teilnehmer an den Abstimmungen teilnehmen. Kritiker könnten meinen, es werden zusätzliche Sitzungen einberufen, um mal schnell zum Schein ein paar Tagesordnungspunkte aufzurufen und dafür volles Sitzungsgeld zu erhalten. Nach den schwachen Ergebnissen kann diese Sitzung ja nur eine Stunde gedauert haben.

Sind denn überhaupt Bürger da und gucken sich solch ein Trauerspiel an? Vielleicht bekommt gar keiner mit, dass die Gemeinderäte zusätzliche Sitzungen in wenigen Minuten ohne Diskussionen durchführen.

Hallo Wähler, haben wir uns das so vorgestellt?

Eichwalde will keine niveaufreie Bahnquerung

Die Märkische Allgemeine Zeitung hat in den vergangenen Tagen über die Pläne von Lidl in Eichwalde berichtet. Der Discounter will sich vergrößern und am jetzigen Standort in der Friedenstraße in Eichwalde neu bauen. Dazu ist ein Bebauungsplan erforderlich, der vom Gemeinderat Eichwalde beschlossen werden muss. Ganz zum Schluss der Meldung taucht recht unauffällig eine Bemerkung auf, die Folgen für die Region haben wird. „Die Gemeindevertreter sind sich nun weitgehend einig, dass sie keine Brücke und keinen Tunnel wollen“. Das ist ein Paukenschlag!

Über Jahre wurde darüber diskutiert, ob an der Friedenstraße eher ein Tunnel oder eine Brücke für die Querung der Gleise geeignet sei. Allen war aber klar, dass eine niveaufreie Querung her muss. Wenn der Flughafen auf Volllast läuft, soll die Schranke in der Friedenstraße 50 Minuten einer Stunde geschlossen sein. Da kann man sich vorstellen, wie lange man an der Schranke stehen wird, wie lang die Schlangen der wartenden Autos werden wird und welche Massen an Autos nach Öffnung der Schranken mit einem Mal durch Schulzendorf fahren werden.

Mehrere Gutachten sollen nachgewiesen haben, dass die niveaufreie Querung notwendig ist. Der Landkreis soll schon Gelder dafür eingestellt haben und nun das. Der Gemeinderat will nicht.

Es geht dabei ja nicht nur um die privaten Verkehre, die von Osten nach Westen und zurück gehen. Die Feuerwehr und die Krankenwagen und Notärzte werden auch an geschlossenen Schranken stehen. Schulzendorf kann da entspannt sein. Die Rettungsstelle des Landkreises steht in Schulzendorf. Aber die Feuerwehr aus Eichwalde wird Schwierigkeiten haben, rechtzeitig zu den Einsätzen auf der westlichen Seite der Bahn zu kommen. Rechnet man damit, dass da die Feuerwehr aus Schulzendorf aushilft? Gibt Eichwalde seinen westlichen Teil des Ortes auf?

Man kann nur hoffen, dass bald die Rampen am Bahnhof eröffnet werden, damit wenigstens unabhängig von der Bahn die Fahrräder die Seiten wechseln können.

Jetzt geht es dem nächsten Bürgermeister an den Kragen!

Uwe Pfeiffer aus Mittenwalde wurde abgewählt, weil er Rechnungen bezahlen ließ, obwohl die Arbeit noch nicht gemacht war. Außerdem sollen Auftragnehmer der Stadt bei ihm privat gearbeitet haben. Swen Ennullat aus Königs Wusterhausen wurde abgewählt, weil er sich nicht mit den Stadtverordneten vertrug und Beschlüsse nicht umsetzte. Lars Kolan aus Lübben ist zurückgetreten, weil man ihm Unregelmäßigkeiten bei einem Grundstücksverkauf unterstellte. Angela Homuth wurde abgewählt, weil sie sich aus einem Bestechungsvorwurf mit einer Strafzahlung rettete. Nun ist Klaus-Dieter Quasdorf, der Bürgermeister aus Bestensee dran. Erst wurde berichtet, dass er seinen Kämmerer aussperrt, nun wird ihm und seinem Kämmerer Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen. Gemeindevertreter wollen wissen, dass auffällig oft bei Vergaben ortsansässige Firmen den Zuschlag erhalten haben. In anderen Gemeinden wird von Gemeinderäten gerade gefordert, mehr die ortsansässigen Unternehmen mit Aufträgen zu berücksichtigen. Was ist denn nun richtig? Es ist gut, wenn die ortsansässigen Unternehmen Aufträge bekommen, damit sie überleben können. Falsch ist es, nicht das günstigste Angebot zu nehmen. Also können ortsansässige Firmen nur Aufträge erhalten, wenn sie günstiger als die anderen Bewerber sind. Dem Bürgermeister von Bestensee wird aber unterstellt, dass er das gerade nicht getan hat. Klaus-Dieter Quasdorf ist seit mehr als 25 Jahre Bürgermeister in Bestensee. Da kennt man Hinz und Kunz. Bestimmt bestehen gute Beziehungen zu den Firmen am Ort. Man trifft sich auf Dorffesten, hat ein gutes Verhältnis und manchmal ist die Lösung schnell da, wenn man mal eben bei seinem Duzfreund anruft. Wenn das Unternehmen hilft, weil es den Ort unterstützen will, ist es ja gut. Hilft das Unternehmen, weil es sich davon Aufträge verspricht, wird eine Grauzone betreten. Kommt es dann zu Aufträgen, weil man sich kennt und nicht weil das Angebot günstiger war, ist man bereits in der roten Zone.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun. Sicher werden die Ermittlungen eine Weile dauern. Der Bürgermeister hat bereits verkündet, dass er zurücktreten wird. Aber nicht, weil er sich schuldig fühlt und auch gar nicht schon jetzt, sondern erst im Jahr 2024, weil er dann 30 Jahre Bürgermeister sein wird. Der Ruhestand ist ihm dann zu gönnen. Hoffentlich kann er den Ruhestand auch genießen und sitzt nicht im Gefängnis.

Gemeinderat tagt wieder

Die Sommerpause ist vorbei, die Gemeinderäte finden sich wieder zusammen, um wichtige Dinge zu besprechen. In der vergangenen Woche fanden sogar gleich zwei Ausschusssitzungen statt. Im Ortsentwicklungsausschuss wurde der Tagesordnungspunkt „Zukünftige Nutzung Schloss Schulzendorf“ aufgerufen. Die ehemalige Bürgermeisterkandidatin Ramona Brühl soll den Tagesordnungspunkt verlangt haben. Offensichtlich sollte im Gemeinderat über die weitere Nutzung entschieden werden. Interessant ist dabei, dass das Schloss gar nicht der Gemeinde gehört. Man will also im Gemeinderat über die Nutzung von fremdem Eigentum entscheiden. Wie wird das weitergehen? Wird der Gemeinderat dann zukünftig auch über private Gärten und Wohnhäuser entscheiden? Wenn es dem Gemeinderat nicht mehr passt, dass in einem privaten Haus nur zwei Personen wohnen, wird entschieden, dass zukünftig dort eine Kita betrieben wird. Wird eine Diktatur angestrebt?

Vielleicht muss man davor doch keine Angst haben, am Ende hat man nämlich nur entschieden, dass man das Schloss besichtigen möchte. Viel Gewese um nichts.

Wenigstens hat man sich in der Sitzung noch um wichtige Dinge gekümmert. Wieder stand der Bebauungsplan Mühlenschlag auf der Tagesordnung. Der bisherige Bebauungsplan soll ungültig sein, ein neuer muss jetzt her.

Im Sozialausschuss wurde über Personal in der Kita diskutiert. In Schönefeld sollen Erzieher fehlen und deshalb können keine Kitaplätze vergeben werden. In Schulzendorf sollen die Erzieher ausreichen. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Insgesamt fehlen aber Kitaplätze und die Gemeinde soll noch Kitas bauen. In der Otto-Krien-Straße wurde jetzt eine Kita eröffnet. Über 50 Kinder finden da Platz. Alle Kinder sind damit noch nicht untergebracht, 16 Krippenplätze fehlen.

Interessant war die letzte Meldung aus dem Sozialausschuss. Der Kitavertrag mit dem Landkreis wurde gekündigt, die Kündigungsfrist endet am 31.12.2022. Werden ab dem 1. Januar die Kitakinder dann auf der Straße sitzen?

Juchhu, die Schule beginnt

Am Montag sind die Ferien vorbei. Nach sechs Wochen Langeweile geht endlich die Schule wieder los. In Schulzendorf sollen fünf erste Klassen eingeschult werden. Also circa 125 Kinder werden erstmals am Montag die Schule in der Illgenstraße besuchen. Mit den anderen etwa 475 Schülern ist es in der Grundschule schon ziemlich voll. Deshalb werden Kinder im Container, in der Sporthalle und im Hortgebäude unterrichtet. Immerhin noch besser als in Zernsdorf, da werden morgens die vierten Klassen mit einem Bus in ein anderes Schulgebäude gebracht, weil das eigentliche Schulgebäude zu klein ist. Morgens um 7:30 Uhr fährt der Bus ab, wer zu spät kommt hat Pech.

Das Platzproblem in Schulzendorf sollte zum Schuljahresbeginn gelöst sein, der Schulanbau wird aber nicht rechtzeitig fertig. Die acht neuen Klassenräume sollen erst im September zum Einzug bereit stehen. Dann sollen die Container abgebaut und die Sporthalle leergeräumt werden. Wirkliche Entspannung wird es dann aber wohl nicht geben. Es heißt, die Zuzüge führen dazu, dass auch der Anbau bald ausgelastet und zu klein sein wird. Immerhin steht das Gebäude. In Zeuthen wird ja noch immer über einen geeigneten Standort gestritten, obwohl dort die Grundschule auch aus allen Nähten platzt. In Eichwalde soll auch eine Schule gebaut werden. Die Planungen stehen aber wohl noch nicht fest.

Schönefeld möchte mit Schulzendorf in Schulzendorf eine weitere Grundschule bauen.Dort fehlen auch die Plätze. An dem Projekt wird bereits gearbeitet. Ursprünglich wollten Eichwalde und Zeuthen auch dabei sein, die konzentrieren sich aber auf eigene Pläne.

Wenn dann über 600 Schüler zur Schule in Schulzendorf gehen, wird es vor der Schule ein schönes Chaos geben. Denn die Schüler müssen ja alle mit dem Auto gebracht werden. Sie werden nicht einfach aus dem Auto gelassen, nein, man wird ihnen die Schulmappen bis in die Klassen tragen. Dann noch ein Schwätzchen mit anderen Eltern vor der Schule und dann werden erst die Parkplätze für die anderen Schülertransporter freigemacht. Die Anwohner sind nicht zu beneiden. Morgens um 7:30 Uhr werden sie kaum aus ihren Häusern kommen, bei dem Verkehr. Es kommt aber keiner von den Eltern auf die Idee, über Alternativen nachzudenken. Man beschwert sich nur darüber, dass so viele Menschen keine andere Idee haben, als ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen. Kein Wunder, dass man da selbst keinen Parkplatz für das eigene Auto findet.

Die hohe Schule der Meinungsmanipulation

Michael Wolff zeigt der Welt wieder einmal, wie man die Meinung von Menschen manipulieren kann. In den Beiträgen auf seiner Internetseite www.schulzendorfer.de werden Themen fürchterlich aufgebauscht, ohne dass es tatsächlich ein berichtenswertes Ereignis gibt. Dinge werden angedeutet und der Leser verbindet mit den präsentierten Begriffen einen Zusammenhang, den es gar nicht gibt. So funktioniert das: „Schimmel in der Kita?“ Allein diese Frage reicht aus, dass der Leser in seinem Kopf abspeichert, dass es in der Kita Schimmel gibt und alle Kinder gefährdet sind. Weiterlesen →

Wer hat Angst vorm bösen Wolf(f)?

Wer sich mit dem Wolf(f) anlegt muss mit bitteren Konsequenzen leben. Diese Erfahrung musste bereits die Gemeindevertreter Dieter Gronau und Andreas Hoffmann machen. Jüngstes Beispiel ist nun Sabrina Anlauf. Frau Anlauf ist ganz neu im Gemeinderat und schaut kritisch auf Dinge, die andere inzwischen als selbstverständlich ansehen. So möchte Frau Anlauf beispielsweise nicht, dass Fotos von ihr im Internet erscheinen, schon gar nicht auf der Seite www.schulzendorfer.de. Weiterlesen →

Worum geht es Politikern eigentlich?

In der MAZ vom 1.11.2012 war zu lesen, dass in der Landtagsfraktion der CDU die Wahl der Vizechefin in Frage gestellt wird. Die Wahl soll manipuliert worden sein. Vor wenigen Tagen wurde berichtet, dass bei der Wahl der Bundestagskandidaten vermehrt Eintritte (Familienangehörige?) in die Partei in einem Bezirk verzeichnet wurden und man dies als Beeinflussung der Wahl gewertet hat. Weiterlesen →

Was ist schon Wahrheit? Ein Kommentar

Auf der Internetseite der Gemeinde Schulzendorf steht, dass Michael Wolff im Rechtsstreit um seine Veröffentlichungen auf Schulzendorfer.de verurteilt wurde, falsche Aussagen zu löschen. Wenn ich das richtig deute, wird aus dem Urteil zitiert. Herr Michael Wolff sieht das aber anders. Er sprach in seinem Beitrag vom 23.03.12 vom Maulkorberlass. Weiterlesen →

Maulkorb, Wahrheit, Zensur und Manipulation

Die Schulzendorferin hat folgenden Leserbrief erhalten:

„Liebe Schulzendorferin,

erbost musste ich den Artikel Ausschusssitzung: In der Kitadebatte rastete Bürgermeister Mücke aus! (auf der Internetseite www.schulzendorfer.de, die Red.) lesen. Er ist halt so geschrieben, das die geistig Minderbemittelten mit ihren Kommentaren sich wieder auf „Anti Mücke“ einschießen konnten. Ich wollte dazu was schreiben, leider wurde dieser Kommentar nicht veröffentlicht: Weiterlesen →