4. September, 8. Oktober, 9. November, was feiern wir eigentlich?

Da sind sie wieder, die Nachrichten über die Politprominenz, die den friedlichen Aufstand, die gewaltfreie Revolution feiert. In diesem Jahr ganz besonders, denn 25 Jahre sind vergangen. 25 Jahre, das ist doch schon per se ein Grund zu feiern. Und dann noch der Widerstand der Bevölkerung, das Volk, das sich gegen die Regierung aufgelehnt und für Freiheit gekämpft hat. Wir sind das Volk. Nach 25 Jahren sind wir nun frei, das haben wir doch gewollt. War es das wirklich, was wir gewollt haben? Hätte jemand von den Demonstranten auf der Straße vor 25 Jahren gesagt, so wie im Jahr 2014 soll unsere Gesellschaft aussehen?
Die Gedenkveranstaltungen zum Jahr 1989 sind doch genau so wie damals, als die Politgrößen sich selbst feierten. Nur die Anzüge sehen schicker aus.
Was haben wir heute? Ja, wir können nach Mallorca reisen und natürlich, in den Baumärkten bekommen wir alle Baustoffe, jederzeit. Na klar, die Autos sind schnittiger und viele bunte Fernsehsender stehen zur Verfügung.
Was aber ist in den Köpfen? Wo ist die Solidarität? Heute geht es nur noch darum, dass der Nachbar nicht mehr hat als man selbst. Für die Gemeinschaft etwas leisten? Ich bin doch nicht blöd!
Wir wollten damals nicht vom Westen aufgekauft werden mit Glasperlen und bunten Federn. Wir wollten ein demokratisches System, in dem die Menschen das Sagen haben. Dafür haben wir aber Bankenrettungen und riesige Bauruinen bekommen und das Sagen hat die Wirtschaft. Interkontinentale Handelsabkommen, genmanipulierte Lebensmittel, Vetternwirtschaft und Korruption. Das sind die blühenden Landschaften.
Und dann noch unsere Politiker. Gut, die SED hat uns mit der Stasi ausgehorcht. Aber nach der Wende wollten wir einen Neuanfang und aus den Fehlern lernen. Der Name musste geändert werden, natürlich. SED-PDS, dann PDS und WASG-PDS und nun die Linke. Da sind sie nun, die Linken. Gut genährt und fein gekleidet schimpfen sie mal hier und da gegen die Regierungen. In Brandenburg sind sie ganz zahm. Na klar, wer regieren will muss sich anpassen. Die Ideale wurden über Bord geworfen, damit man mitregieren darf. So haben wir es uns nicht vorgestellt.
Und die Linken in Schulzendorf? Was macht sie aus? Zänkisches Gehabe und Selbstdarstellung. Sogar mit der CDU haben sie sich vereint. Das ist nicht mehr zu ertragen.
Feiert schön den 3. Oktober und 9. November, Ihr, die ihr die Bewegung von 1989 schon längst verraten habt.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. (…) Wenn es nach der SPD und Lafontaine gegangen wäre, hätten wir wahrscheinlich noch heute die DDR Mark in der Tasche. Und das jetzt die Linken mit der CDU in der Gemeindevertretung stimmen, das nennt man Demokratie. Manche werden es anscheinend nie begreifen.

    Sehr geehrter Herr Nörgler,
    bitte unterlassen Sie diese Art der Kommentierung. Zur Hilfe Empfehlen wir Ihnen gern unsere Spielregeln.

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