Ist Michael Wolff ein Journalist?

Der Gemeinderat hat sich in seiner letzten Sitzung mit Michael Wolff befasst. Michael Wolff ist der Mann mit der Kamera, der bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen in Schulzendorf auftaucht und von allem und jedem Fotos macht. Einen Teil dieser Fotos veröffentlicht er in einem Internetblogg und schreibt dazu Texte. Diese Texte sind einfacher Natur und inhaltlich eher für einfach geprägte Menschen geeignet. Dieser Blogg regt einige Leser an, Kommentare abzugeben. Die Qualität dieser Kommentare zeichnet ein deutliches Bild ihrer Urheber. So sollen einige Schulzendorfer den Blogg von Michael Wolff als Hort von rechtsradikalen und Nazis bewerten. Besonders auffällig sollen die Beiträge von Frank Knuffke sein. Frank Knuffke ist Mitglied der NPD und sitzt im Gemeinderat. Es soll sogar einmal ein Vorsitzender des Gemeinderats Michael Wolff aufgefordert haben, sich von Frank Knuffke zu distanzieren und ihm keine Plattform mehr zur Verbreitung seiner menschenverachtenden Thesen zu bieten. Michael Wolff sprach in dem Zusammenhang wohl nur von Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. Der jetzige Vorsitzende Herbert Burmeister ist eher bemüht, Michael Wolff als seriösen Pressevertreter zu darzustellen.
In der letzten Sitzung des Gemeinderats soll ein Bürger öffentlich Kritik geübt haben und behauptet haben, dass Michael Wolff gar kein Pressevertreter, sondern nur ein Blogger sei. Anlass war eine Eingabe von Michael Wolff, mit der er sich über eine mutmaßliche Ungleichbehandlung von Pressevertretern durch den Bürgermeister beschwerte und er das Opfer sein soll. Der Bürger trug vor, dass sich der Presserat nicht für Michael Wolff zuständig sieht und sein Blogg kein Presseerzeugnis sei. Herbert Burmeister soll entgegnet haben, Michael Wolff habe einen Presseausweis und damit sei er ein Pressevertreter. Naja, jeder weiß wohl, wie man an einen Presseausweis herankommt.
Michael Wolff fertigt nun unzählige Fotos vom Gemeinderat an und verwendet sie in seinem Blogg. Die Mitglieder des Gemeinderats kommen da nicht immer gut bei weg. Leidvolle Erfahrungen mussten bisher Sabrina Anlauf, Bernd Thoma, Torsten Keller, Andreas Körner und das ehemalige Mitglied Andreas Hoffmann machen. Es wird sogar behauptet, dass Andreas Hoffmann seinen Job im Gemeinderat wegen der Berichte über ihn von Michael Wolff hingeworfen hat. Außerdem sollen einige Gemeinderäte geäußert haben, dass sie in den Sitzungen nicht offen reden, weil sie befürchten, von Michael Wolff im Internet bloß gestellt zu werden. Unangefochten an der Spitze der Verunglimpfungen im Blogg von Michael Wolff steht der Bürgermeister. Der wird nicht nur mit irren Texten versehen, sondern muss auch verrückte Fotomontagen ertragen. Dass der Bürgermeister diesen Shitstorm noch so gelassen hinnimmt, grenzt an ein Wunder.
In der Sitzung des Gemeinderats traute sich niemand, Zweifel an Michael Wolff vorzutragen. Nach der Sitzung wird offener geredet. Einige sollen auch schon ziemlich genervt von dem Freizeitblogger sein. Wieder andere nutzen Michael Wolff, um sich im Internet toll darstellen zu lassen. Die große Preisfrage lautet: Wer hat wohl eine sehr enge Beziehung zu Michael Wolff und lässt sich in seinem Blogg hochjubeln? Mehr als eine Antwort sind möglich!

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Wolff allein ist nicht das Problem – auf jeden Zug, den er durchs Dorf fahren lässt, springen ein paar Leute auf, die vor Mobbing und Hetze nicht zurückschrecken. Man denke nur daran, was mit der Bauamtsleiterin geschehen ist – ein einziges Spießrutenlaufen, das mit sachlicher Kritik nichts mehr zu tun hatte. Und nun die Frage der Flüchtlingsunterbringung. Die Fremdenfeindlichkeit mancher User trifft bereits jeden, der nicht in der dritten Generation in Schulzendorf lebt. Mindestens ein Post in der letzten Zeit war nahezu wortgleich auch bei einer Neo-Nazi Kameradschaft aufgetaucht. Wird alles veröffentlicht – ungeprüft. Sonst ist die „Redaktion“ gerne dabei, „falsche Tatsachenbehauptungen“ zu xxx-en.
    Aber wir kennen ja die Leute, die das nicht interessiert und lieber Wolffs Stimmungsmache für sich instrumentalisieren wollen – einem davon wird nachgesagt, dass er für das Bürgermeisteramt kandidieren möchte. Wäre doch doof, wenn man dabei schon vorher eine „schlechte Presse“ hat.

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