Wer beschließt den Haushalt von Schulzendorf?

 

Über die letzten Sitzungen der Gemeindevertretung wird berichtet, dass die Gemeindevertreter nicht über die einzelnen Ausgaben im Haushalt sprechen wollen. Wer spricht dann darüber?

In den vergangenen Ausschusssitzungen haben die Gemeindevertreter gesagt, dass der Bürgermeister einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen soll. Darüber möchte man dann abstimmen. Der weigert sich aber und meint, die Gemeindevertreter sollen sagen, wo gestrichen und erhöht werden soll. Das wollen die aber nicht.

Im Gemeindeparlament herrscht Unmut. Winfried Tauche meint zum Beispiel, es sei den Gemeindevertretern nicht zuzumuten, 300 Seiten Haushalt durchzuarbeiten. Worüber wollen sie dann entscheiden? Nachher baut der Bürgermeister Kürzungen ein, die die Abgeordneten gar nicht haben wollen. Die würden sie gar nicht finden, wenn sie nicht die 300 Seiten durcharbeiten. Vielleicht will das der Bürgermeister ja auch. Dann kürzt er einfach die Diäten der Abgeordneten und die bekommen das gar nicht mit.

DIE SCHULZENDORFERIN hat sich in Schulzendorf einmal umgehört und die Bürger befragt. Christel P. sagt: „Der Bürgermeister muss allen Bürgern den Haushalt erklären, damit sie mitreden können. Der soll jetzt mal anfangen bei den Leuten zu klingeln, Informationen verteilen und gleich gelbe Säcke mitbringen.“ Rita K. meint: „So geht das doch nicht. Das muss anders sein. Das ist ja ein hin und her, aber wirklich.“ Doris P. Sagt: „Der Bürgermeister soll doch mal auf die Vorschläge vom Bürgerbündnisverein hören. Die sind doch die einzigen, die wissen, wovon sie sprechen.“ Und Andreas H. meint: „In der Gemeindevertretung sitzt doch nicht einer, der weiß wovon er spricht. Vom Haushalt hat doch keiner eine Ahnung. Kein Wunder, die haben doch noch nicht einmal rein geguckt.“ Auf den Punkt bringt es Petra aus Schulzendorf: „Der Bürgermeister ist doch blöd. Die im Amt sind doch alle blöd. Eigentlich sind alle blöd. Da muss was passieren. Zum Glück sind bald Wahlen, dann werden die alle abgestraft.“

Wie schön, hoffentlich stellen sich Christel, Rita, Doris, Andreas und Petra zur Wahl.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das Lachen bleibt im Halse stecken. Und nach einer Weile des Nachdenkens möchte man weinen. Ein schöner, geradezu klassisch satirischer Artikel! Ist es denn nicht möglich, dass diejenigen, die für die Gemeinde Veranwortung übernommen haben, zumindest für deren Finanzen einen gemeinsamen Weg finden? Die Alternative ist: destruktive Nörgler und möchtegern Fachleute gewinnen den Jackpot.

  2. Welches Lachen? Ich kann keine Satire im Artikel entdecken…..
    Stattdessen traurige Wahrheit in Schulzendorf. Die Gemeindevertreter sollen in Ihrer Freizeit über hunderte Einzelpositionen feilschen und ein Haushaltsdefizit von 1,44 Mio. Euro ausbügeln ?
    Ich denke nicht…..

  3. Herr Wippold, nein es ist leider noch nicht möglich. Die Fronten sind zu sehr erhärtet. Die Dialoge zwischen der Verwaltung, Gemeindevertretung und des Bürgermeisters sind spitz ,grenzwertig ,traurig und manchmal auch unter der Gürtellinie.
    Für 2014 wüsche ich mir als Wähler und Bürger einen höflicheren Umgang miteinander und konstruktivere
    Gespräche.

  4. @Peter; Zum Ersten: Au weia! So hart hätte ich es nicht vermutet.
    Zum Zweiten: Ihren Wünschen schließe ich mich an.
    Zum Schluß: Trotz allem Frust, ein Frohes Fest

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